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Ein Renntag aus Sicht der Eltern

3. Lauf der RLP-Meisterschaft in Offenbach an der Queich

Wer neu im Kartslalom ist, kann sich wahrscheinlich zunächst gar nicht vorstellen, wie so ein Renntag eigentlich abläuft. Deshalb möchten wir euch einmal mitnehmen – aus Sicht der Eltern.

Denn Kartslalom bedeutet nicht nur, dass die Kinder ein paar Runden mit dem Kart fahren. Hinter jedem Rennen steckt einiges an Vorbereitung, Organisation und natürlich auch Zeit. Aber eines vorweg: Es macht unglaublich viel Spaß und man erlebt als Familie viele tolle Momente! 😊

Der frühe Start in den Renntag

Unser Wecker klingelt heute bereits um 05:30 Uhr.

Bevor es überhaupt losgeht, wird noch einmal alles kontrolliert und eingepackt. Denn gerade am Renntag möchte man natürlich nicht plötzlich feststellen, dass etwas Wichtiges fehlt.

Auf unserer Liste stehen unter anderem:

Gerade bei den Rennen sollte man für jedes Wetter vorbereitet sein. Das Wetter kann sich schnell ändern – besonders in der Eifel. Deshalb gehören Regenschirm, Regenkleidung und Sonnencreme genauso ins Auto wie die Rennsachen.

Die Anfahrt

Heute geht es für uns um 07:45 Uhr los.

Die Strecke nach Offenbach an der Queich beträgt für uns ungefähr 109 Kilometer und dauert laut Planung etwa 1 Stunde und 3 Minuten.

Warum fahren wir so früh los?

Der Nennschluss ist um 09:30 Uhr. Bis dahin muss man vor Ort sein und das Kind für das Rennen anmelden.

Für die Anmeldung benötigt man unter anderem den Jugendausweis, der vom ADAC ausgestellt wird. Außerdem fällt für jedes Rennen ein Nenngeld von 15 € an.

Wir kommen heute gegen 08:45 Uhr an – also mit etwas Puffer. Das ist auch wichtig, denn beim Motorsport möchte man lieber ein bisschen zu früh als zu spät da sein.

Erst einmal: Strecke anschauen!

Ein Junge geht neben einem Trainer im blauen Shirt durch den Pylonen-Parcours und prägt sich den Aufbau ein.
Die Strecke wird vor dem ersten Lauf mehrfach abgelaufen – hier gemeinsam mit dem Coach.

Nachdem Niklas angemeldet ist, geht es für uns zum nächsten wichtigen Punkt: Die Strecke wird abgelaufen.

Das ist für die Kinder enorm wichtig.

Beim Kartslalom ist die Strecke nämlich nicht bei jedem Rennen gleich. Die einzelnen Hindernisse und Aufgaben werden jedes Mal neu aufgebaut. Deshalb weiß das Kind vorher nicht genau, wie der Parcours aussehen wird.

Die Kinder laufen die Strecke deshalb mehrfach ab und versuchen, sich den Aufbau so gut wie möglich einzuprägen.

All diese Dinge müssen sich die Kinder merken.

Gerade für uns Eltern ist das manchmal spannend zu beobachten, weil man selbst beim ersten Blick auf den Parcours denkt: „Das soll sich ein Kind alles merken?“ 😄

Aber genau darum geht es beim Kartslalom auch: Konzentration, Reaktion, Fahrzeugbeherrschung und das genaue Fahren nach einem vorgegebenen Parcours.

Warum müssen wir eigentlich so früh da sein?

Beim RLP-Kartslalom gibt es insgesamt fünf Klassen.

Welche Klasse das eigene Kind fährt, hängt unter anderem vom Alter ab. Für Eltern, die neu dabei sind, gibt es dazu eine Übersicht unter dem Bereich „Mitmachen“. Dort kann man nachschauen, in welcher Klasse das eigene Kind startet.

Wir müssen heute besonders früh da sein, weil K1 als erste Klasse startet.

Und dann geht es um 10:00 Uhr los.

Jetzt wird es ernst

Ein Kind mit Helm sitzt startbereit im gelben Kart mit der Startnummer 18, daneben kniet der Trainer und gibt letzte Hinweise.
Kurz vor dem Start: Helm auf, letzte Hinweise vom Trainer.

In einer Klasse starten heute insgesamt bis zu 30 Kinder.

Die jüngste Klasse beginnt um 10:00 Uhr.

Zunächst fahren alle Kinder einen Übungslauf.

Dabei wird bereits die Zeit gemessen und auch Fehler werden gezählt. Für eine geworfene Pylone gibt es beispielsweise 2 Strafsekunden.

Wichtig ist aber: Die Zeit aus dem Übungslauf zählt noch nicht für die eigentliche Wertung.

Der Übungslauf gibt den Kindern also noch einmal die Möglichkeit, sich an die Strecke und die Bedingungen zu gewöhnen.

Danach wird es ernst:

Der 1. Wertungslauf

Jetzt zählt die gefahrene Zeit für die Wertung.

Alle Kinder fahren nacheinander ihren Lauf. Wenn alle 30 Kinder gefahren sind, geht es direkt weiter.

Der 2. Wertungslauf

Einen weiteren Übungslauf gibt es nicht mehr.

Jetzt geht es direkt in die zweite Wertungsrunde.

Auch hier zählen die gefahrene Zeit und die entsprechenden Strafsekunden.

Am Ende werden die Ergebnisse aus den Wertungsläufen ausgewertet und daraus ergibt sich die Platzierung.

Und während die Kinder fahren?

Für uns Eltern heißt das vor allem:

Daumen drücken!

Man steht an der Strecke, beobachtet jeden Lauf und fiebert natürlich mit. 😄

Man kennt die Strecke mittlerweile fast genauso gut wie das eigene Kind und weiß genau, an welcher Pylone man besonders aufpassen muss.

Und dann kommt dieser Moment:

Das eigene Kind fährt los.

Man versucht, ruhig zu bleiben.

Man versucht, nicht laut reinzurufen.

Und trotzdem fährt der Puls irgendwie mit. 😂

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen

Nachdem K1 ihre Läufe beendet hat, geht es mit der nächsten Klasse weiter.

Bei der K2 gibt es zunächst wieder einen Warmlauf, bevor der eigentliche Wettbewerb beginnt.

Die beiden Erstplatzierten dürfen außerdem die Karts noch einmal warmfahren.

Tasse Kaffee und ein Mandelhörnchen auf einem Pappteller auf einem Biertisch am Streckenrand.
Warten auf die Auswertung – dafür gibt es Kaffee und Kuchen am Streckenrand.

Währenddessen warten wir auf die Siegerehrung der K1.

Die findet meistens nicht direkt nach dem letzten Lauf statt. Schließlich müssen zunächst alle Ergebnisse ausgewertet werden.

Heute rechnen wir ungefähr zwischen 12:00 und 13:00 Uhr mit der Siegerehrung.

Und dann kommt ein besonderer Moment

Kinder stehen mit Urkunden und Pokalen vor dem Siegerpodest, Eltern fotografieren mit dem Handy.
Siegerehrung der K1: Urkunde und Pokal für alle, die vorn dabei waren.

Bei der Siegerehrung bekommen die ersten drei Kinder nicht nur ihre Platzierung und ihren Pokal – danach gibt es noch eine kleine Tradition:

Die ersten drei dürfen sich gegenseitig mit Wasser bespritzen. 😄

Deshalb gehört Wechselkleidung unbedingt ins Gepäck!

Und auch wenn es für die Kinder ein riesiger Spaß ist, möchte man anschließend vielleicht nicht unbedingt mit komplett nasser Rennkleidung ins Auto steigen.

Danach heißt es: Heimfahrt

Wenn die Siegerehrung vorbei ist, kann man grundsätzlich nach Hause fahren.

Oder man bleibt noch da und schaut sich die Rennen der anderen Kinder an, feuert sie an und verbringt noch etwas Zeit an der Strecke.

Wir machen uns heute schließlich auf den Heimweg.

Wieder liegen 109 Kilometer vor uns.

Die Rückfahrt dauert allerdings etwas länger, denn diesmal haben wir zusätzlich Stau.

Gegen 14:30 Uhr sind wir dann endlich wieder zuhause.

Und was passiert dort?

Natürlich wird erst einmal wieder alles aus dem Auto geräumt. 😄

Rennanzug, Helm, Getränke, Verpflegung, Wechselkleidung, Regensachen … alles wieder an seinen Platz.

Und irgendwann ist dann auch für die Eltern Feierabend.


Was man als neue Familie wissen sollte

Wenn man sein Kind für Kartslalom anmeldet, sollte man sich bewusst sein, dass es mit einem Training am Samstag nicht getan ist.

Während der Saison finden – abgesehen von den Ferien und je nach Rennkalender – fast jeden Sonntag Rennen statt.

Das bedeutet für die ganze Familie:

Eine Kostenbeteiligung am Sprit gibt es natürlich nicht – die Fahrt zu den Rennen gehört für die Familien einfach dazu.

Und manchmal sind die Strecken eben nicht direkt um die Ecke.

Heute waren es für uns beispielsweise insgesamt rund 218 Kilometer Hin- und Rückfahrt.

Deshalb sollte sich die ganze Familie darüber im Klaren sein, dass dieser Sport ein gewisses Engagement von allen erfordert.

Aber genau das ist gleichzeitig auch das Schöne daran.

Man fährt gemeinsam zu den Rennen, lernt andere Familien kennen, verbringt viele Wochenenden miteinander und erlebt die Entwicklung des eigenen Kindes hautnah.

Man sieht, wie die Kinder sicherer werden, wie sie lernen, mit Druck umzugehen, sich eine Strecke zu merken, Fehler zu analysieren und immer wieder ihr Bestes zu geben.

Und irgendwann steht man dann selbst am Streckenrand und fiebert mit, als würde man gerade selbst im Kart sitzen. 😄

Kartslalom ist also definitiv mehr als nur „ein bisschen Kart fahren“.

Es ist Training, Wettbewerb, Konzentration, Gemeinschaft – und vor allem ein Hobby, bei dem die ganze Familie mit dabei ist.

Und trotz frühem Aufstehen, langen Fahrten und manchmal müden Eltern gilt am Ende:

Es macht einfach richtig viel Spaß! ❤️